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von Elke Jandrasits

Der 17. März 2018 war ein Tag mit Kontrastprogramm für Experimentatorin Mona Weber: Morgens war eine Kindergruppe zu Gast, am Nachmittag versammelten sich etwa 20 "67er Herzen" zur Experimentalvorlesung im Liebig-Museum. Nachdem die Eintrittskarten verteilt waren (freudig wurde der Prosecco-Gutschein vom "Justus" auf der Rückseite begrüßt), kehrte etwas Ruhe ein und die Experimentalvorlesung konnte beginnen.

Anhand der Stationen des Lebens von Justus Liebig (1803 - 1873) erzählte Diplom-Ingenieurin Mona Weber von den Anfängen der modernen Chemie, die Justus Liebig begründete. Dies wurde durch viele Experimente mit Krach- und Leuchteffekten begleitet, z. B. den Knallerbsen, einer Luminol"glühbirne", sowie einer "Schlangenbeschwörung" und der Herstellung einer "Christbaumkugel". Außerdem mussten ein paar Gummibärchen dran glauben ;-)

Zunächst sah Liebigs Leben nicht nach einer großen Karriere aus: Justus ging ohne Abschluss von der Schule ab und verlor auch seine Ausbildungsstelle bei einem Apotheker in Heppenheim, nachdem er bei einem seiner Versuche in der Dachkammer durch eine Explosion beinahe das ganze Haus in Brand gesetzt hatte.
Doch für die Chemie hatte er ein ganz besonderes Talent. Er beobachtete die Gaukler auf Jahrmärkten und experimentierte mit den Materialien, die er in der Werkstatt seines Vaters vorfand.

Schließlich konnte er seinen sehnlichsten Wunsch doch noch erfüllen und Chemie in Bonn und Erlangen studieren - über den fehlenden Schulabschluss wurde Dank der Unterstützung seines Vaters hinweggesehen. Aufgrund seiner Leistungen bekam er sogar noch ein Stipendium an der Sorbonne in Paris, wofür er innerhalb weniger Monate Französisch lernte.

Schon mit 21 Jahren wurde er Professor in Gießen. Seine Vorlesungen wurden schnell sehr beliebt, da er nicht wie andere Professoren nur den Stoff vortrug, sondern während der Vorlesungen Experimente durchführte.

Er machte bahnbrechende Erfindungen wie z. B. das Backpulver, den Silberspiegel oder den Fleischextrakt. Nur mit letzterem verdiente er auch Geld. Vieles wie z. B. ein Rezept für Säuglingsnahrung, veröffentlichte er, ohne daraus selbst wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen. Durch seine Forschung konnte er jedoch maßgeblich zu einer besseren Nahrungsmittelversorgung beitragen.

Mit seiner Frau Henriette hatte er fünf Kinder.

Nach fast 30 Jahren in Gießen, in denen er viele lukrative Angebote ausschlug, wechselte Liebig nach München, wo er noch größere Freiheiten in der Forschung hatte. Er starb im für die damalige Zeit hohen Alter von fast 70 Jahren.

Justus Liebig
Während es im Deutschen Museum in München nur einen Nachbau seines Labors gibt, kann man in Gießen in den Originalräumen auf den Originalbänken fast schon eine Zeitreise machen.

Über zwei Stunden vergingen wie im Flug.
Die Experimentalvorlesungen sind als Ausflugstipp für jung und alt sehr zu empfehlen!
Informationen gibt es auf www.liebig-museum.de

Ich hatte diesmal meine Kamera nicht dabei und bedanke mich herzlich bei Beate Koch und Ute Reinhard, die mir ihre Fotos für diesen Bericht zur Verfügung stellten.

Falls es in Gießen und Umgebung noch Damen des Jahrgangs 1967 gibt, die sich den "67er Herzen" anschließen möchten:
Informationen zu Mitgliedschaft und Aktivitäten gibt es unter www.giessener-herzen.de oder einfach bei einem der Stammtisch-Termine unverbindlich vorbeischauen!
 

   

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